Ausgangslage des Modellprojektes

2012 tagte die Kommunale Gesundheitskonferenz des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg erstmals zum Thema „Alter(n) und Gesundheit“. Im Laufe der Diskussion in Workshops entstand schnell Einigkeit, dass auch die Beschaffenheit des Wohnumfeldes, die Infrastruktur sowie Angebote vor Ort Einfluss darauf nehmen, ob ein gesundes und selbständiges Leben im Alter möglich ist. Unter dem Stichwort „Alternsfreundliche Kommune“ wurde deshalb exemplarisch die Stadtteilanalyse Weinheim-West durchgeführt.

Die Stadtteilanalyse Weinheim-West war mit kartographischen Darstellungen der Altersstruktur im Stadtteil, Netzwerkarbeit vor Ort, Stadtteilbegehungen sowie qualitativen Interviews mit zurückgezogen lebenden älteren Menschen ein sehr umfangreiches und erfolgreiches Projekt. Die gewählte Vorgehensweise zeigte sich als sinnvoll: Die Weinheimer Stadtverwaltung lernte den Stadtteil besser kennen und konnte von den Gesprächen mit den Bürgern als „Experten vor Ort“ profitieren. Im Stadtteil selbst entstanden neue Dynamiken zu ehrenamtlichen Engagement bspw. Sitzbankspenden. Im Juli 2015 hat das Projekt erfolgreich das Good Practice-Auswahlverfahren des Kooperationsverbunds Gesundheitliche Chancengleichheit durchlaufen und wurde in die entsprechende Datenbank aufgenommen.

Das Modellprojekt Fachplanung Gesundheit knüpfte an den Erfahrungen an und weitete den Blick auf Gesamtweinheim aus. Die schon bestehende Sensibilisierung der Multiplikatoren vor Ort und die Tatsache, dass sich die Kommunalpolitik aufgrund der Stadtteilanalyse bereits mit dem demographischen Wandel auseinandersetzt, waren überzeugende Argumente dafür, die Fachplanung exemplarisch in Weinheim durchzuführen. Im Rahmen der Stadtteilanalyse Weinheim-West gewonnene Daten können als Planungsgrundlage genutzt werden. Beispielsweise liegen Ergebnisse aus qualitativen Interviews mit zurückgezogen lebenden älteren Menschen vor, die Einblick in Gründe der Nichtteilnahme an Angeboten geben.

Ergebnisse

Die Betrachtung der Bevölkerungsdaten zeigt, dass Weinheim einen hohen Anteil älterer Bürger aufweist: Der Altenquotient ist hoch im Kreisvergleich und der Jugendquotient eher niedrig.

Weinheim Jugendquotient

 

 

 

 

Weinheim ist mit ca. 43.600 Einwohnern die größte Stadt im Rhein-Neckar-Kreis und hat neben der Kernstadt zehn weitere Stadtteile. Es handelt sich unter anderem um eingemeindete kleinere Ortschaften, so dass Weinheim als kleines Abbild der Rhein-Neckar-Kreis-Struktur verstanden werden kann: Es finden sich sowohl urbane als auch ländliche Gebiete mit jeweils unterschiedlichen planerischen Herausforderungen.

Weinheim Altenquotient 2

Basierend auf den Erfahrungen der Stadtteilanalyse Weinheim-West wurde mit der Fachplanung Gesundheit jetzt das gesamte Stadtgebiet berücksichtigt. Zusätzlich erfuhr der Planungsprozess eine thematische Erweiterung: Neben dem Thema Alter wurde auch die Kindheit betrachtet.

Weinheim0 5 und80

Die für die Fachplanung Gesundheit „Generationengerecht und lange selbständig leben in der Stadt Weinheim“ ausgewählten Themenschwerpunkte waren:

 

 

 

 

 

 

  •  Erhebung von Infrastrukturdaten. Kartographische Darstellungen von Bevölkerungs- und Infrastrukturdaten in Weinheim.
  • Erstellung eines Kreisprofils: Erstellung kartographischer Darstellungen auf Basis der Bevölkerungsdaten für den Rhein-Neckar-Kreis.
  • Zielgruppe mit erhöhtem Bedarf an Gesundheitsförderung: Zurückgezogen lebende ältere Menschen. Wie erreichen Angebote auch diese Personengruppe? Die Initiierung eines Multiplikatorennetzwerkes und die Einrichtung eines Hol- und Bringdienstes werden ab Herbst im Rahmen des Angebots „Woinemer Kaffeekino“ getestet.
  • Bewegungsräume für Kinder im Stadtteil (Kindergesundheit ist seit 2014 auch Thema der KGK des Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg): Welche Bewegungsräume haben Kinder verschiedener Altersgruppen in ihrem Stadtteil? Im Rahmen eines Schulprojektes untersuchen Drittklässler und Sechstklässler ihren Stadtteil. Die Ergebnisse werden von den Kindern interessierten Bürgern und Akteuren des Stadtteils vorgestellt und sollen in weitere Stadtteilplanungen mit einfließen.

Am 31.5.2016 fand die Abschlussveranstaltung des Modellprojektes Fachplan Gesundheit mit folgendem Programm statt: Programm

Bei Fragen zum Modellprojekt können Sie auf den folgenden Link klicken.

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