Rund 120 Teilnehmende sprechen bei der vom Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg veranstalteten 8. Kommunalen Gesundheitskonferenz in Lobbach über Ernährung und Bewegung

8 Gesundheitskonferenz 2019 043Was haben Kommunen mit Bewegung und Ernährung zu tun? Wie können sie Bürgerinnen und Bürger bei der Gesundheitsförderung in diesem Bereich unterstützen? Diesen und anderen Fragen gingen rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 8. Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK) in der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach nach. Schon in ihren Grußworten machten Doreen Kuss, Leiterin des Dezernats III des Landratsamtes Rhein-Neckar-Kreis, und Gert Bartmann, Leiter des Amtes für Sport und Gesundheitsförderung der Stadt Heidelberg, deutlich, dass Bewegung und Ernährung zwei wichtige Stellschrauben für den Erhalt der eigenen Gesundheit sind. Auch Dr. Rainer Schwertz, Leiter des Gesundheitsamtes im Rhein-Neckar-Kreis, welches auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, betonte in seiner Einführung in das Thema die bedeutsame Rolle von ausreichender Bewegung und richtiger Ernährung als Gesundheitsfaktoren.
In seinem Vortrag präsentierte dann Prof. Dr. Jens Bucksch von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg „Walkability“ als ein mögliches Konzept für Kommunen, um die Alltagsaktivität zu steigern. Darunter versteht man die bewegungsfreundliche Gestaltung von urbanen und kommunalen Räumen. „Walkability“ sollte bei der Stadt- und Verkehrsplanung mitbedacht werden, indem zum Beispiel das Gehen und Fahrradfahren als prioritäre Möglichkeiten der Verkehrsmittelwahl gesehen und Straßenzüge entsprechend gestaltet werden. Lösungen für kleinere Gemeinden müssten nicht unbedingt teuer sein, so gäbe es die Möglichkeiten von Spielstraßen auf Zeit.
Der Trend- und Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel skizzierte anschließend Schlüssel- und sogenannte Megatrends wie den Klimawandel, die Mobilität, aber auch Entwicklungen wie die, dass etwa beim Thema Ernährung sich die Gewichtungen für Kaufentscheidungen verschieben (wo genau kommt unser Essen her, wie ist die Wertschöpfungskette, generelle Problematik des Fleischkonsums für das Klima).

Nach der Mittagspause, in der sich viele Teilnehmende der KGK an der von Studierenden der PH organisierten Bewegungspause beteiligten, fanden kurzweilige 20-minütige Themenparcours der Arbeitsgruppen statt, die unter dem Dach der KGK über das Jahr hinweg gearbeitet haben. Innerhalb der einzelnen Parcoursstationen stellten die Arbeitsgruppen den Teilnehmenden in Kleingruppen ihre Maßnahmen und Empfehlungen vor und tauschten sich über die bisherigen Erkenntnisse aus. Die Kurzpräsentationen jedes Thementisches im Plenum fanden später durchweg positive Rückmeldungen der Gruppen. Darüber hinaus wurde in der Wanderausstellung „Kommunale Ernährungspolitik“ des Vereins „NAHhaft“ deutlich, wie auch kleine Gemeinden Möglichkeiten haben, ihr Ernährungssystem klimafreundlich, gesundheitsfördernd und fair zu gestalten.

Programm der 8. KGK zum Download

  • Präsentation Ablauf, Informationen und Überblick Geschäftsstelle KGK, Einführung Thema Bewegung und Ernährung in der Lebenswelt Kommune - Dr. Melanie Weiß, Landratsamt RNK (Präsentation)
  • „Walkability – ein Konzept für die Bewegungsförderliche Stadtentwicklung“ - Prof. Jens Bucksch, Päd. HS Heidelberg (Präsentation)
  • „Gesundheitsförderliche Ernährungssysteme für Kommunen- vom Acker bis zum Teller“ (Arbeitstitel)– Alexander Schrode, NAHhaft e.V. (krankheitsbedingt ausgefallen)
  • „Megatrend Gesundheit- Herausforderungen für Wirtschaft, Gesellschaft und Kommunen. Die Schlüsseltrends" - Dr. Eike Wenzel, Institut für Trend- und Zukunftsforschung Heidelberg (Präsentation folgt)

Pressemitteilung Rhein-Neckar-Zeitung 4122019