Thema und Ziele der AG

Sozialräumliche Bestandsaufnahme und Analyse unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zur Gewinnung übertragbarer Erkenntnisse, um alternden Menschen möglichst lange ein selbständiges Leben in ihrem vertrauten Umfeld zu ermöglichen

Maßnahmen

  • Bevölkerungs- und Strukturanalyse mit Erstellung kartographischer Darstellungen zur Weinheimer Weststadt
  • Stadtteilbegehungen als Partizipationsinstrument. Die Bürger erforschten ihren eigenen Stadtteil und untersuchten die altersgerechte Gestaltung ihres Wohnumfelds sowie die vorhandene Infrastruktur
  • Netzwerkarbeit: Wer sind die wichtigen Akteure und Ansprechpartner zum Thema „ältere Menschen“ vor Ort? Hierzu wurden themenbezogene Gespräche und Interviews geführt
  • Pilotgesundheitsdialog „Aktivierung schwer erreichbarer älterer Menschen“, durchgeführt vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg und vom Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS) der Universität Stuttgart. Ziel war es, mit denjenigen älteren Menschen ins Gespräch kommen, die sich zurückziehen und mit den sonst üblichen Angeboten nicht angesprochen werden können. Im Pilotgesundheitsdialog wurden gemeinsam mit Akteuren des sozialen Netzwerks Weinheim Strategien und Ansprechpartner gesucht, um schrittweise die Zielgruppe erreichen und schließlich in Fokusgruppen und qualitativen Interviews zu Wort kommen lassen zu können.

Mitglieder der AG

Stadt Weinheim- Amt für Soziales, Jugend, Familie und Senioren, VertreterInnen Kreisrat, Psychiatrisches Zentrum Nordbaden, Stadtseniorenrat Weinheim, Deutsches Rotes Kreuz, Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis- Gesundheitsamt, Pädagogische Hochschule Heidelberg- BA Gesundheitsförderung, Universität Heidelberg- Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Compass Pflegeberatung

Ansprechpartner der AG

Ute Schleh und Claus Hofmann, Stadt Weinheim- Amt für Soziales, Jugend, Familie und Senioren

Bettina Brandeis und Rainer Steen- Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis-

Gesundheitsamt

Kartographische Darstellungen Weinheim-West

Unter Verwendung eines geographischen Informationssystems (GIS) wurden kartographische Darstellungen von der Weinheimer Weststadt erstellt. Hierfür wurden Daten der kleingliedrigen Darstellung der Weinheimer Weststadt mit Daten des Einwohnermeldewesens verknüpft.
Die so entstandenen Karten ermöglichen bespielweise einen schnellen Blick auf die Altersstruktur des Stadtteils.
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Es konnte auch gezeigt werden, welche Gebiete eines Stadtteils eine Überalterung aufweisen. Hierfür wurden diejenigen Baublöcke farblich markiert, die eine besonders hohe Anzahl 70-79-Jährige (orange) und eine besonders hohe Anzahl 80-89-Jähriger (grün) aufweisen. In den Baublöcken mit olivfarbener Färbung sind beide Altersgruppen stark vertreten.

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Stadtteilbegehungen in Weinheim West

Die Stadtteilbegehungen bildeten den „lebendigen“ Baustein der Stadtteilanalyse Weinheim-West. Sie legten ihren Fokus auf die Gestaltung des Wohnumfelds aus Sicht älterer Menschen. Weinheimer Bürger erforschten ihren eigenen Stadtteil und können ihre Erfahrungen äußern.

Weshalb ist eine Betrachtung des Wohnumfeldes älterer Menschen wichtig?

Die Aufrechterhaltung einer autonomen Lebensführung kann durch physische und kognitive Einschränkungen im Alter gefährdet sein. Deshalb sind besonders ältere Menschen auf günstige Rahmenbedingungen in ihrem Stadtteil angewiesen, die ihnen trotz der Einschränkungen eine selbständige Lebensführung ermöglichen können. Erwähnenswert ist an dieser Stelle allerdings, dass von einer barrierefreien Stadt mit guter Infrastruktur alle Bürger profitieren können, also auch mobilitätseingeschränkte Bürger aller Altersgruppen, Familien mit Kleinkindern (Kinderwagen) usw.

Bei den Begehungen wurde betrachtet:
Können sich ältere Bürger in ihrem Stadtteil gut bewegen und versorgen? Ist eine entsprechende Infrastruktur (Einkaufsmöglichkeiten, öffentlicher Nahverkehr) vorhanden? Sind die (Geh-)Wege so gestaltet, dass auch körperlich beeinträchtigte Menschen diese nutzen können? Im Speziellen sind das folgende Aspekte:

  • Barrierefreiheit im Stadtteilgebiet
  • Beleuchtung, Sicherheit und Beschaffenheit des öffentlichen Raums
  • Vorhandensein von Ruhepunkten (Parkbänken)
  • Vorhandensein von öffentlichen Toiletten
  • Erreichbarkeit der Einkaufsmöglichkeiten – welche Fachgeschäfte sind vor Ort vorhanden?
  • Erreichbarkeit der Haltestelle des ÖPNV, Angebote des ÖPNV
  • Vorhandensein von Treffpunkten

Tipps zur Vorbereitung einer Stadtteilbegehung finden Sie hier

In der Weinheimer Weststadt, die mit ca. 16.000 Einwohnern ein großer Stadtteil ist, wurden sechs Stadtteilbegehungen geplant und durchgeführt.
Für jedes der sechs ausgesuchten Gebiete wurde eine Hauptroute gewählt, die die nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeiten und die nächstgelegenen Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs berücksichtigt. Waren in einem Stadtteilgebiet wichtige Angebote für ältere Menschen wie Begegnungsstätten, Kulturangebote, Bewegungsangebote, Ärzte- / Therapeutenzentren vorhanden, wurden diese bei der Planung der Route mit berücksichtigt. Im Vorfeld jeder Begehung erhielten die Teilnehmer eine Checkliste, die auflistet, was alles bei der Begehung untersucht wird.

Das ausreichende Vorhandensein von Sitzgelegenheiten erweist sich als sehr wichtig für ältere Menschen. Oftmals ist der Weg zur Einkaufsmöglichkeit oder zu einem Ausflugsziel nur zu bewältigen, wenn zwischendurch eine Ausruhmöglichkeit vorhanden ist. Die in Weinheim-West vorhandenen Sitzbänke wurden nach den Begehungen kartographisch erfasst.

 

Der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe mit Handlungsempfehlungen für Kommunen kann hier abgerufen werden und liegt in gedruckter Form im Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises vor.

 Auszeichnung der Stadtteilanalyse Weinheim- West als Good Practice- Modell

Die Stadtteilanalyse Weinheim- West wurde vom Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit und der BzgA- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung als Good-Practice Angebot ausgezeichnet!

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Mehr unter http://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/alternsfreundliche-kommune-stadtteilanalyse-weinheim-west/

Nominierung der Stadtteilanalyse Weinheim-West mit dem IBK- Preis

Zusammen mit 24 weiteren Projekten wurde das Projekt der Stadtteilanalyse Weinheim- West beim IBK-Preis (IBK: Internationale Bodensee- Konferenz) nominiert! Alle weiteren Informationen und Videos sind unter: http://ibk-gesundheit.org/bisherige-projekte/projekt/projekt-auf-dem-weg-zu-einer-alternsfreundlichen-kommune-jahr-2016.html zu finden

Projektkoordination: Bettina Brandeis, Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Gesundheitsamt. Ute Schleh und Claus Hofmann, Amt für Soziales, Jugend, Familie und Senioren, Stadt Weinheim