Thema und Ziele der AG

Das Aktionsbündnis verfolgt drei übergeordnete Ziele:

1) Sensibilisierung der BürgerInnen für Risiken in der Arzneimittelanwendung

Viele BürgerInnen werden im Laufe ihres Lebens mit der Anwendung von Arzneimitteln konfrontiert- sei es bei sich selbst oder im Rahmen der Pflege eines Angehörigen Insbesondere im ambulanten Bereich spielt der Patient als Arzneimittelanwender eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Therapie.

Nur ein aufgeklärter und geschulter Patient kann die Mitverantwortung, die er für seine erfolgreiche Arzneimitteltherapie trägt, erfüllen.

2) Nachhaltige Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit

Erst als kompetenter und aufmerksamer Partner im Medikationsprozess kann der Patient die Arzneimittelhandhabung und -anwendung sicher durchführen und so langfristig die Arzneimitteltherapiesicherhheit verbessern.

3) Kooperationen mit allen beteiligten Akteuren

Arzneimitteltherapiesicherheit kann nur im Verbund mit allen Akteuren erreicht werden. Deshalb sind uns enge Partnerschaften mit allen Beteiligten ein zentrales Anliegen, denn nur wenn die Maßnahmen koordiniert und auf alle Beteiligten abgestimmt sind, werden sie Erfolg haben.

Kernfragen zur Behandlung mit Arzneimitteln:

1) Welche Medikamente in welcher Dosierung muss ich einnehmen?

2) Wie nimmt man sie richtig ein?

Das Aktionsbündnis will möglichst alle BürgerInnen des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg mit der Problematik der Arzneimitteltherapiesicherheit vertraut machen und ihnen Werkzeuge an die Hand geben, Arzneimittel bei sich selbst oder bei betreuten Angehörigen sicher anzuwenden.

 Maßnahmen  

Für die Entwicklung solcher Werkzeuge wurden von Juni bis August 2014 etwa 5% der Bevölkerung über 65 Jahre im Rhein-Neckar-Kreis und in der Stadt Heidelberg schriftlich kontaktiert, um den Umgang mit Arzneimitteln per Fragebogen zu erfragen. Der Rücklauf betrug über 50%.

1. Projekt: MeinPlan

Das erste Projekt befasst sich mit der ersten Kernfrage und hat zum Ziel, in jeden Haushalt, in dem Medikamente regelmäßig zum Einsatz kommen, einen alltagstauglichen Medikationsplan einzuführen. Dieser Plan soll als leeres Dokument jederzeit die Möglichkeit schaffen, alle Therapien mit allen wichtigen und sicherheitsrelevanten Details aufzuschreiben.

Die Befragung im Rhein-Neckar-Kreis und in der Stadt Heidelberg hat ergeben, dass erst die Hälfte der Patienten einen Medikationsplan besitzt und dass dieser möglicherweise nicht immer aktuell ist. Dabei ist dieses Dokument nicht nur für die Patienten bei der Arzneimittelanwendung wichtig, sondern unterstützt auch Arzt und Apotheker, den Überblick über die Arzneimitteltherapie des Patienten zu bewahren. Deshalb sollte jeder Patient, der Arzneimittel einnimmt, einen Medikationsplan besitzen, der aktuell und vollständig ist, d.h. auch Selbstmedikation und freiverkäufliche Mittel umfasst. Der Plan kann am besten gemeinsam mit dem Hausarzt oder Apotheker erstellt werden. Eine Vorlage finden Sie hier.

Neben der intensiven Öffentlichkeitsarbeit, Werkstattgesprächen, Vortragsreihen, einer Evaluation des Projektes ist vor allem die Entwicklung einer App ein weiterer wichtiger Schritt des Aktionsbündnisses.

Weitere aktuelle Informationen des Aktionsbündnisses finden Sie unter: www.nimmsrichtig.de

Mitglieder der AG Universitätsklinikum Heidelberg- Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung sowie Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie; Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis- Gesundheitsamt
Ansprechpartner der AG

Dr. Ulrich Wehrmann, Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis- Gesundheitsamt

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